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Hintergrund · Advent in Bayern

Geschichte & Traditionen der Weihnachtsmärkte

Glühwein, Lebkuchen, Krampus und Kripperl: Auf Münchens Weihnachtsmärkten begegnet man Bräuchen, die zum Teil viele Jahrhunderte alt sind. Hier erklären wir, woher sie kommen.

Vom Wintermarkt zum Christkindlmarkt

Weihnachtsmärkte entstanden im späten Mittelalter aus ganz praktischen Gründen: Vor dem Winter mussten sich die Menschen mit Vorräten, Wachs und Werkzeug eindecken. In München ist schon für das 14. Jahrhundert ein Nikolaimarkt belegt – der Vorläufer des heutigen Christkindlmarkts am Marienplatz.

Der Name änderte sich später. In der Reformationszeit wurde das Christkind anstelle des heiligen Nikolaus zum Gabenbringer des Weihnachtsfests, zunächst in protestantischen Gegenden und dann auch im katholischen Süden. So wurde aus dem Nikolaimarkt nach und nach der Christkindlmarkt. Mehr zum Münchner Markt: Christkindlmarkt Marienplatz.

Glühwein

Gewürzter, erwärmter Wein war schon in der Antike bekannt. Im Mittelalter galten Gewürze wie Zimt, Nelken und Sternanis als kostbar und wärmend. Heute ist Glühwein das Getränk des Weihnachtsmarkts schlechthin – rot oder weiß, mit Schuss oder ohne. Für Kinder und Autofahrer gibt es Kinderpunsch. Typisch für München sind Glühweintassen mit Pfand, die jedes Jahr ein neues Motiv tragen.

Koffer abgeben

Mit freien Händen über den Weihnachtsmarkt

Zwischen Buden, Glühweinständen und Menschenmengen ist ein Koffer nur im Weg. Gib dein Gepäck vorher bei Bavarian Lockers ab: in der Marsstraße 13, 80335 München, etwa fünf Minuten vom Nordausgang des Hauptbahnhofs. Persönlich angenommen statt Schließfach, jede Größe, ab 4,00 € pro Gepäckstück und Tag (zzgl. 1,75 € Servicegebühr pro Buchung). Täglich 7:15–21:00 Uhr.

Alle Details zur Gepäckaufbewahrung am Münchner Hauptbahnhof.

Lebkuchen und Gebäck

Lebkuchen sind ein Honiggebäck mit langer Tradition. Ihre Herstellung ist eng mit Klöstern verbunden, weil dort Honig und Gewürze verfügbar waren. Berühmt sind die Nürnberger Lebkuchen. Auf Münchner Märkten findest du außerdem Lebkuchenherzen mit Zuckerguss, gebrannte Mandeln, Stollen, Schmalznudeln und Bratwürste.

Krampus und Krampuslauf

Der Krampus ist eine Schreckgestalt aus dem Alpenraum: zottiges Fell, geschnitzte Holzmaske mit Hörnern, Glocken und Rute. Traditionell begleitet er den heiligen Nikolaus um den 5. und 6. Dezember. Während der Nikolaus die braven Kinder beschenkt, „straft“ der Krampus die unartigen – zumindest der Legende nach.

Beim Krampuslauf ziehen Gruppen aus Bayern, Österreich und Südtirol durch die Stadt. In München findet er 2026 am Sonntag, 13. Dezember, 15–17 Uhr auf dem Christkindlmarkt statt. Kleine Kinder kann der Lärm erschrecken – Abstand halten hilft.

Krippen und der Kripperlmarkt

Die Weihnachtskrippe hat in Bayern eine besonders lange Tradition. Viele Familien bauen jedes Jahr ihre Krippe auf und ergänzen sie. Auf dem Kripperlmarkt am Rindermarkt gibt es dafür Figuren, Ställe und Zubehör aus Holz, Ton und Stoff.

Christbaum, Christkind und Weihnachtsmann

Der geschmückte Christbaum verbreitete sich im 19. Jahrhundert von Deutschland aus in viele Länder. Auf dem Marienplatz steht jedes Jahr ein besonders großer Baum, der den Markt prägt. Beim Gabenbringer gibt es regionale Unterschiede: In Bayern bringt traditionell das Christkind die Geschenke an Heiligabend, während der Weihnachtsmann eher im Norden verbreitet ist. Am 6. Dezember kommt zusätzlich der heilige Nikolaus – oft in Begleitung des Krampus.

Was man auf dem Markt isst und trinkt

Typisch bayerisch sind Bratwurstsemmeln, Reiberdatschi (Kartoffelpuffer), Schmalznudeln und Dampfnudeln. Süß wird es mit gebrannten Mandeln, Magenbrot, Lebkuchen und Schokofrüchten. Neben Glühwein gibt es Feuerzangenbowle, Jagatee und heißen Apfelsaft. Wer Andenken sucht, nimmt Christbaumschmuck, Kerzen oder eine Krippenfigur mit.

Adventsbräuche im Überblick

  • Adventskranz: Vier Kerzen für die vier Adventssonntage. Die Idee geht auf den Hamburger Theologen Johann Hinrich Wichern im 19. Jahrhundert zurück.
  • Adventskalender: 24 Türchen bis Heiligabend – heute mit Schokolade, früher mit Bildern oder Kreidestrichen.
  • Barbarazweige: Am 4. Dezember geschnittene Kirsch- oder Forsythienzweige sollen bis Weihnachten blühen.
  • Nikolaustag: Am 6. Dezember stellen Kinder Stiefel vor die Tür.
  • Turmblasen & Adventsingen: Musik gehört zum Münchner Advent; Programme veröffentlichen die Veranstalter.

Tradition erleben

Wer all das selbst sehen will, findet in München die passenden Orte: Klassik am Marienplatz, Mittelalter-Stimmung am Wittelsbacherplatz, Kunsthandwerk in Schwabing und Kultur bei Tollwood. Alle Termine 2026 stehen in der Übersicht.

FAQ

Häufige Fragen

Wie alt ist der Münchner Christkindlmarkt?

Seine Wurzeln reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück, als in München ein Nikolaimarkt stattfand.

Was ist ein Krampus?

Eine Schreckgestalt aus dem Alpenraum, die traditionell den heiligen Nikolaus begleitet. Sie trägt Fell, eine Holzmaske mit Hörnern und Glocken.

Wann ist der Krampuslauf in München 2026?

Am Sonntag, 13. Dezember 2026, 15–17 Uhr auf dem Christkindlmarkt am Marienplatz.

Warum heißt es Christkindlmarkt?

Weil das Christkind in Süddeutschland der traditionelle Gabenbringer zu Weihnachten ist. „Christkindl“ ist die bairische Verkleinerungsform.

Wo kann ich Gepäck abgeben, um die Märkte zu besuchen?

Bei Bavarian Lockers, Marsstraße 13, nahe Hauptbahnhof – ab 4,00 € pro Tag.